9. Dezember

In jener Zeit sprach Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht. (Matthäus 11,28-30)

Die Freude, die von Gott kommt ist ein Geschenk. Aber nicht wie eines von diesen unnützen Weihnachtsgeschenken, die wir alle kennen, die man am liebsten direkt wieder einpacken und dem Schenkenden zurückgeben möchte, es aber aus Höflichkeit nicht tut.
Am Leben Mariens sehen wir, dass Gott unsere Freiheit achtet, dass er uns kein Geschenk seiner Gnade aufnötigt, sondern auf unsere Offenheit und die Bereitschaft zur freien Mitwirkung wartet. Maria gibt sich ganz in die Hand Gottes. Ihre Bereitschaft seinen Plänen zu dienen war vollkommen und grenzenlos. Die Zustimmung zu Gottes Wegen mit ihr, hat sie nicht nur im Augenblick des Besuches des Engels gegeben, sondern ihr ganzes Leben hindurch und Tag für Tag ins Leben umgesetzt. Daher konnte der Engel zu Maria auch sagen: Du bist voll der Gnade! Ihr Leben war in allen Situationen von der Liebe und Freude Gottes erfüllt, weil sie dem Wirken Gottes keine Grenze gesetzt hat.

Überlegen Sie heute einmal: Wo setze ich Gottes Wirken in meinem Leben eine Grenze?
Warum gebe ich mich nicht, wie Maria, ganz in die Hand meines liebenden Vaters?
Wenn ich die Gründe erkenne, warum ich Gottes Wirken in meinem Leben eine Grenze setze, bewusst oder meist unbewusst, durch meine Ängste etwas zu verlieren, durch ein tiefes Misstrauen – was wird Gott mit mir tun – oder durch ein falsches Gottesbild, dass nicht den liebenden Vater sieht, sondern den unbarmherzigen, alles kontrollierenden Richter, dann bin ich eingeladen einen Schritt des Vertrauens zu tun und auch meine Grenzen in die Hand Gottes zu legen. Vielleicht kann Ihnen dabei das Gebet des hl. Niklaus von Flüe eine Hilfe sein. Es ist gut, dieses Gebet erst einmal nur zu lesen und zu spüren, was es mit mir macht.
Wer es dann beten möchte, soll es in dem Bewusstsein tun, das Gott sich über jeden kleinen Schritt des Vertrauens, über jede Offenheit für seine Pläne freut und dass es hierbei nicht um Perfektionismus geht. Dieses Gebet will unser Leben in die Richtung lenken, in der sich das Leben Mariens bewegte und zur vertrauenden Hingabe an den liebenden Vater ermutigen.

Hingabe Gebet des hl. Niklaus von Flüe

Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.
Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich führet zu dir.
Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir. Amen

8. Dezember

Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

In jener Zeit wurde der Engel Gábriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. (Lukas 1, 26-33)

Der Besuch des Erzengels Gabriel, bei der Jungfrau Maria ist der Beginn unserer Erlösung, als Gott ernstmachte und wirklich einer von uns wurde. Auch wenn wir die Menschwerdung Gottes an Weihnachten feiern, nahm sie ihren Anfang doch neun Monate früher, als der Engel Maria den Plan Gottes verkündete und der Sohn Gottes in ihren Schoß hinabstieg. Das erste Wort des Engels, über das man leicht hinwegliest, lautet: „Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.“ Was hier mit „sei gegrüßt“ übersetzt wird heißt im griechischen Original: Chaire! und kann treffender mit – freue dich – wiedergegeben werden. „Freue dich, du Begnadete, der Herr ist mit dir.“
Ist die Botschaft, die der Engel Maria nach diesem Gruß überbringt, wirklich eine Freude? Ist sie nicht viel mehr mit großer Mühsal und Leid verbunden? Mit der Angst, wie wird Josef reagieren, mit der Geburt in einem schmutzigen Stall, mit der Flucht nach Ägypten, mit dem Kreuz auf Golgotha, wo Maria den so großartig verheißenen Sohn elendig wie einen Verbrecher sterben sieht. Freue dich? Hätte der Engel nicht treffender seinen Gruß mit – Fürchte dich! – beginnen müssen? Gott für den, die gesamte menschliche Geschichte einzig Gegenwart ist, wie für uns der flüchtige Augenblick, er schaut vom Ziel auf den Weg und er weiß, das Ziel ist vollkommene Freude. Freude für Maria die in ewiger glückseliger Gemeinschaft mit ihrem Sohn lebt. Freude für die gesamte Menschheit, die erlöst und gerettet ist. Mit Maria durchs Leben gehen, wie ein Kind an der Hand der Mutter, heißt: nicht versinken im Augenblick der Not, sondern zu wissen, dass Gottes Heilspläne ihr Ziel stets erreichen und das in Maria auch uns der Gruß des Engels gilt: „Freue dich, du Begnadete(r), der Herr ist mit dir!“

Beten wir einmal ganz bewusst das „Ave Maria“ (Chaire, Maria) und legen wir voll Vertrauen unsere kleinen und großen Sorgen und Nöte in die Hand unserer Mutter:

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

7. Dezember

Die Wüste und das trockene Land sollen sich freuen, die Steppe soll jubeln und blühen. Sie soll prächtig blühen wie eine Lilie, jubeln soll sie, jubeln und jauchzen. Die Herrlichkeit des Libanon wird ihr geschenkt, die Pracht des Karmel und der Ebene Scharon. Man wird die Herrlichkeit des Herrn sehen, die Pracht unseres Gottes. Macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest! Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott! Die vom Herrn Befreiten kehren zurück und kommen voll Jubel nach Zion. Ewige Freude ruht auf ihren Häuptern. Wonne und Freude stellen sich ein, Kummer und Seufzen entfliehen. (Jesaja 35, 1-3; 10)

Die Freude ist eine Frucht des Heiligen Geistes. Überall wo Menschen das Wirken Gottes in ihrem Leben wahrnehmen, werden sie von tiefer Freude erfüllt. Wir sehen dies bei Maria, von der wir Morgen noch mehr hören werden, wir sehen es bei den Aposteln, wenn Paulus aus dem Gefängnis an die Gemeinde schreibt: Freut euch zu jeder Zeit!
Wir sehen es bei den Heiligen der Kirchengeschichte, die häufig auch in Not und Leid eine geheimnisvolle Freude in sich trugen und ausstrahlten. Freudige Ereignisse bleiben uns Menschen meist auch lange im Gedächtnis. Dies können Begebenheiten sein, wo uns jemand eine große Freude gemacht hat oder wo wir jemanden zutiefst erfreut haben, denn verschenkte Freude ist wie ein Bumerang, sie kommt meist zu einem zurück und dann freuen sich mindestens zwei.
Der Heilige Geist, will uns an der Freude Gottes Anteil schenken. Wir brauchen ihm nur das Herz zu öffnen und ihn darum bitten. Komm Geist der Freude – Komm erfülle mich! Vielleicht wird die himmlische Freude zunächst nur wie ein Samenkorn in mein Herz gelegt, ich nehme sie gar nicht wirklich wahr. Wenn ich dann mein Herz immer wieder ins Licht der Liebe Gottes halte, wird der Samen keimen, wachsen und die wunderbare Frucht der Freude des Heiligen Geistes bringen, für mich, aber noch vielmehr für andere.

Überlegen sie heute einmal: Was hat mich in letzter Zeit froh gemacht? Und wie kann ich heute jemanden eine kleine Freude machen?

Es ist gut, um das Geschenk der Freude zu beten:

Gott, als Jesus Mensch wurde, hast du allen Menschen große Freude zugesagt. Lass mich froh sein darüber; dass ich als Mensch vor dir leben darf, dass ich anderen Menschen zur Seite stehen kann, dass du Mensch unter Menschen geworden bist.

Um eine Freude bitte ich dich, Gott, die mir ein Lächeln schenkt für mich selbst, wenn ich mich so bitter-ernst nehme, ein gutes Lächeln für die Anderen, die mir gut und die mir böse sind, die mir „vorgesetzt“ und die mir „unterstellt“ sind. Gib mir eine Freude, die Ängstlichkeit, Ärger und Zorn besiegt! Amen