Fastentüten Aktion 2021

Im vergangenen Jahr haben wir zu Ostern eine sogenannte Ostertüte verteilt, damit in der gottesdienstlosen Zeit, es möglich war zu Hause Ostern zu feiern.

In diesem Jahr sind Gottesdienste in der Fasten- und Osterzeit möglich, aber die gesundheitlichen Risiken, bedingt durch das Corona Virus bestehen weiterhin und halten viele Menschen davon ab, zur hl. Messe in die Kirche zu kommen. Daher haben wir uns entschieden, in diesem Jahr eine sogenannte Fastentüte anzubieten, als Begleiter durch die Fastenzeit hin zum Osterfest.

Der Gottesdienst daheim kann nicht den Besuch der hl. Messe ersetzen, wohl aber ergänzen und helfen mit Christus verbunden auf Ostern zuzugehen. Die Fastentüten werden kontaktlos am Sa. den 06. März 2021 verteilt. Wer so eine Fastentüte nachhause gebracht bekommen möchte, melde sich bitte mit Namen, Anschrift und Telefonnummer in unserem Pfarrbüro. Anmeldeschluss ist der 01. März.

Die Fastentüte wird es in zwei Versionen geben. In einer Erwachsenenversion und in einer Familienversion mit zusätzlichen Ideen und Impulsen für Kinder. Bitte teilen Sie uns bei der Anmeldung mit, welche Version der Fastentüte – Familienversion oder Erwachsenenversion – sie gerne hätten.

Anmeldung bis zum 01. März per E-Mail
oder telefonisch unter: 0211-94250510

12. Dezember

Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. (Matthäus 1,18-24)

Obwohl die Bibel kein einziges Wort des Heiligen Josef überliefert, gibt es außer Maria keinen Heiligen, über den mehr nachgedacht und geschrieben wurde. Anlässlich des 150. Jahrestages der Erhebung des Hl. Josefs zum Patron der katholischen Kirche durch den seligen Papst Pius IX, hat Papst Franziskus ein Jahr des Hl. Josef ausgerufen. Am Dienstag veröffentlichte er dazu das Schreibens „Patris corde“ (Mit dem Herzen eines Vaters), aus dem ich nachfolgend einen kurzen Abschnitt wiedergebe.

„Als Vater wird man nicht geboren, Vater wird man. Und man wird zum Vater nicht einfach dadurch, dass man ein Kind in die Welt setzt, sondern dadurch, dass man sich verantwortungsvoll um es kümmert. Jedes Mal, wenn jemand die Verantwortung für das Leben eines anderen übernimmt, übt er ihm gegenüber in einem gewissem Sinne Vaterschaft aus. In der Gesellschaft unserer Zeit scheinen die Kinder oft vaterlos zu sein. Auch die Kirche von heute braucht Väter. (…)
Vater zu sein bedeutet, das Kind an die Erfahrung des Lebens, an die Wirklichkeit heranzuführen. Nicht, um es festzuhalten, nicht, um es einzusperren, nicht, um es zu besitzen, sondern um es zu Entscheidungen, zur Freiheit, zum Aufbruch zu befähigen. Vielleicht aus diesem Grund spricht die Tradition Josef nicht nur als Vater an, sondern fügt hier noch das Wort „keusch“ hinzu. Dies ist nicht eine rein affektive Angabe, sondern drückt eine Haltung aus, die man als das Gegenteil von „besitzergreifend“ bezeichnen könnte. Keuschheit ist die Freiheit von Besitz in allen Lebensbereichen. Nur wenn eine Liebe keusch ist, ist sie wirklich Liebe. Die Liebe, die besitzen will, wird am Ende immer gefährlich, sie nimmt gefangen, erstickt und macht unglücklich. Gott selbst hat den Menschen mit keuscher Liebe geliebt und ihm die Freiheit gelassen, Fehler zu machen und sich gegen ihn zu stellen. Die Logik der Liebe ist immer eine Logik der Freiheit, und Josef war in der Lage, in außerordentlicher Freiheit zu lieben. Er hat sich nie selbst in den Mittelpunkt gestellt. Er verstand es, zur Seite zu treten und Maria und Jesus zur Mitte seines Lebens zu machen.“

Zum Hl. Josef, dem Bräutigam Mariens und dem Pflegevater Jesu beten wir:

Sei gegrüßt, du Beschützer des Erlösers und Bräutigam der Jungfrau Maria.

Dir hat Gott seinen Sohn anvertraut; auf dich setzte Maria ihr Vertrauen;

bei dir ist Christus zum Mann herangewachsen. O heiliger Josef, erweise dich auch uns als Vater, und führe uns auf unserem Lebensweg. Erwirke uns Gnade, Barmherzigkeit und Mut, und beschütze uns vor allem Bösen. Amen.

11. Dezember

Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.
(Lukas 1,40-49)

Wenige Tage nach der Begegnung mit dem Erzengel Gabriel macht die junge Maria sich auf den Weg zu ihrer alten Tante Elisabeth. Beide sind schwanger und beide sind es durch eine außergewöhnliche Gnade Gottes. Als Maria mit Jesus unter dem Herzen und Elisabeth mit Johannes dem Täufer im Schoß sich begegnen, setzt sich das Wirken Gottes fort, und zwar so wie Gott am liebsten wirkt, im Verborgenen. Von Außenstehenden nicht zu bemerken, nur Elisabeth, die ganz wach ist für sein Wirken nimmt es wahr. Die Frucht des Wirkens Gottes ist die Freude. Eine Freude, die Elisabeth und Maria nicht auf sich beziehen. Sie bleiben ausgerichtet auf die Quelle der Freude auf Gott. Maria bricht in Jubel aus und preist diesen Gott, dem sie alles verdankt. „Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.“

Fragen wir uns heute:

  • Wann habe ich das Wirken Gottes in meinem Leben gespürt?
  • Wie habe ich darauf reagiert? Habe ich Gott verherrlicht ihm gedankt?
  • Habe ich als sein Geschöpf ihn groß sein lassen?

Papst Johannes XXIII. Prägte diesen wunderbaren Satz: Nie ist der Mensch größer, als wenn er vor Gott kniet!

Lobpreis Gottes des Hl. Franz von Assisi, eigenhändig verfasst

Du bist der Starke. Du bist der Große.
Du bist der Erhabenste. Du bist mächtig, du heiliger Vater,
König des Himmels und der Erde.

Du bist der dreifaltige und eine Herr, Gott aller Götter.
Du bist das Gute, jegliches Gut, das höchste Gut,
der Herr, der lebendige und wahre Gott.

Du bist unsere Hoffnung. Du bist unser Glaube.
Du bist unsere Liebe. Du bist unsere ganze Wonne.
Du bist unser ewiges Leben: großer und wunderbarer Herr,
allmächtiger Gott, barmherziger Retter.

Pfarrer Thomas Müller

10. Dezember

In jener Zeit sprach Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht. (Matthäus 11,28-30)

Das Evangelium des heutigen Tages enthält eine wunderbare Verheißung: „Ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.“ Ist es nicht genau das, was wir uns in dieser unruhigen und hektischen Zeit oft wünschen? Ruhe und inneren Frieden, aber wo suche ich Ruhe und Frieden?
Jesus lädt uns ein, dass wir mit den Lasten unseres Lebens, mit den kleinen und großen Sorgen, seien sie gesundheitlicher oder finanzieller Art, die Sorge um einen Lieben Menschen, was auch immer, zu ihm kommen. Er verspricht uns nicht in billigerweise: Ich mache euch von allem frei. Das sind die Versprechen, die wir bei vielen Ideologien finden, aber nicht bei Jesus. Er lädt uns ein: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir“. Ein Joch war ein Tragholz, das einem Menschen half, schwere Lasten über länger Strecken zu tragen; dieses Joch wurde über Schulter und Nacken gelegt und rechts und links hing daran das zutragende Gut in Körben. Ein gutes Joch, das dem Träger angepasst war und nicht drückte, war wertvoll und sein Besitzer achtete gut darauf das es nicht abhandenkam. Ein schlechtes Joch konnte eine echte Qual sein. Auf den ersten Blick verbreitet ein Joch keine positive Aura. Es schwingt etwas von unterjochen, im Sinne einer Fremdherrschaft mit.
Vielleicht haben wir tatsächlich manchmal das Gefühl, dass die Sorgen und Probleme, die Anforderungen im Beruf und das was von uns erwartet wird oder den Druck den wir uns selber machen, uns unterjochen und wie ein schlechtes Joch auf unseren Schultern lasten. Und uns eventuell sogar das Gefühl vermitteln mehr Fremd- als Selbstbestimmt zu leben. Genau an dieser Stelle lädt Jesus uns ein, kommt zu mir, nehmt mein Joch auf euch, stellt euch unter den liebenden Blick Gottes, nicht unter den Leistungsdruck der Welt oder den Druck der eigenen Ansprüche. Mit diesem Joch könnt ihr die Lasten und Nöte des Lebens nicht tragen. Sie sind kein gutes Tragholz für die Last des Lebens. Das Joch, das Jesus uns anbietet ist ein Joch, das nicht niederdrückt, sondern aufrichtet und frei macht. Das tatsächlich eine Hilfe ist, die Last des Lebens mit Geduld und einem Lächeln zu tragen. Wer unter dem liebenden Blick Gottes seinen Weg geht, der findet Ruhe für die Seele. Er weiß sich geliebt und angenommen, ganz egal was andere sagen oder ob ich ihren Erwartungen gerecht werde oder nicht.

Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser. Er stillt mein Verlangen; er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen. Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht. Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl, du füllst mir reichlich den Becher. Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit. Amen

 

9. Dezember

In jener Zeit sprach Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht. (Matthäus 11,28-30)

Die Freude, die von Gott kommt ist ein Geschenk. Aber nicht wie eines von diesen unnützen Weihnachtsgeschenken, die wir alle kennen, die man am liebsten direkt wieder einpacken und dem Schenkenden zurückgeben möchte, es aber aus Höflichkeit nicht tut.
Am Leben Mariens sehen wir, dass Gott unsere Freiheit achtet, dass er uns kein Geschenk seiner Gnade aufnötigt, sondern auf unsere Offenheit und die Bereitschaft zur freien Mitwirkung wartet. Maria gibt sich ganz in die Hand Gottes. Ihre Bereitschaft seinen Plänen zu dienen war vollkommen und grenzenlos. Die Zustimmung zu Gottes Wegen mit ihr, hat sie nicht nur im Augenblick des Besuches des Engels gegeben, sondern ihr ganzes Leben hindurch und Tag für Tag ins Leben umgesetzt. Daher konnte der Engel zu Maria auch sagen: Du bist voll der Gnade! Ihr Leben war in allen Situationen von der Liebe und Freude Gottes erfüllt, weil sie dem Wirken Gottes keine Grenze gesetzt hat.

Überlegen Sie heute einmal: Wo setze ich Gottes Wirken in meinem Leben eine Grenze?
Warum gebe ich mich nicht, wie Maria, ganz in die Hand meines liebenden Vaters?
Wenn ich die Gründe erkenne, warum ich Gottes Wirken in meinem Leben eine Grenze setze, bewusst oder meist unbewusst, durch meine Ängste etwas zu verlieren, durch ein tiefes Misstrauen – was wird Gott mit mir tun – oder durch ein falsches Gottesbild, dass nicht den liebenden Vater sieht, sondern den unbarmherzigen, alles kontrollierenden Richter, dann bin ich eingeladen einen Schritt des Vertrauens zu tun und auch meine Grenzen in die Hand Gottes zu legen. Vielleicht kann Ihnen dabei das Gebet des hl. Niklaus von Flüe eine Hilfe sein. Es ist gut, dieses Gebet erst einmal nur zu lesen und zu spüren, was es mit mir macht.
Wer es dann beten möchte, soll es in dem Bewusstsein tun, das Gott sich über jeden kleinen Schritt des Vertrauens, über jede Offenheit für seine Pläne freut und dass es hierbei nicht um Perfektionismus geht. Dieses Gebet will unser Leben in die Richtung lenken, in der sich das Leben Mariens bewegte und zur vertrauenden Hingabe an den liebenden Vater ermutigen.

Hingabe Gebet des hl. Niklaus von Flüe

Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.
Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich führet zu dir.
Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir. Amen