Katholische Kirche feiert den Stadtpatron

 

Apollinariswoche mit Vesper, Festhochamt, Reliquienprozession und Lichtfeier

 

Düsseldorf. In der Basilika St. Lambertus liegen in einem Schrein die Reliquien des Heiligen Apollinaris, der seit 1394 als Schutzpatron der Stadt Düsseldorf verehrt wird. Seinen Gedenktag am 23. Juli feiert die Katholische Kirche in Düsseldorf jedes Jahr mit einer Festwoche parallel zur „Größten Kirmes am Rhein“. In diesem Jahr finden die Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Apollinaris vom 17. bis 24. Juli statt. Zu den Höhepunkten gehören die Vesper zu Ehren des Stadtpatrons, das Festhochamt mit Reliquienprozession sowie die Lichtfeier am Apollinaris-Schrein.

Die Apollinaris-Woche wird am Sonntag, 17. Juli, mit dem Kirchweihfest der Basilika St. Lambertus eröffnet. Um 9.30 Uhr wird am Stiftsplatz ein Hochamt für den St. Sebastianus-Schützenverein von 1316 gefeiert. Unter der Leitung von Alexander Niehues singt der Stiftschor die „Missa Simplex II“ von Rihards Dubras. Die Predigt hält Stadtdechant Frank Heidkamp.

Die festliche Vesper zu Ehren des Stadtpatron St. Apollinaris findet am Mittwoch, 20. Juli, um 18.30 Uhr in der Basilika St. Lambertus am Stiftsplatz statt. Zelebrant ist Stadtdechant Frank Heidkamp. Für die musikalische Gestaltung der Vesper sorgt das „Ensemble Voces Lamberti“ unter der Leitung von Alexander Niehues. Im Rahmen der Vesper entzündet Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller die Apollinaris-Kerze, um den Schutz Gottes für die Landeshauptstadt Düsseldorf und seine Bewohner zu erbitten. „Es ist eine gute alte Tradition, sich an den Heiligen Apollinaris zu erinnern. Als Stadtpatron soll er die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer begleiten und behüten. Das brauchen wir in der heutigen Zeit ganz besonders“, so der Stadtdechant.

Für geladene Gäste gibt es im Anschluss an die Vesper den Apollinaris-Empfang des Stadtdechanten und des Katholikenrates für Vertreter aus Wirtschaft, Kirche, Medien, Politik und Verwaltung. Bei diesem Empfang im Lambertussaal wird Schwester Dr. Emmanuela Kohlhaas OSB, Priorin der Benediktinerinnen Köln, zum Thema „Top Down war gestern – Benediktinische Impulse für Düsseldorf“ sprechen.

Monsignore Oliver Boss hält die Predigt im Festhochamt am Donnerstag, 21. Juli, um 19 Uhr in der Basilika St. Lambertus. Der Stiftschor singt unter der Leitung von Alexander Niehues die „Missa brevissima C-Dur“ von Johann Ernst Eberlin. Im Anschluss an den festlichen Gottesdienst findet die traditionelle Reliquienprozession mit den Reliquien-Schreinen der Heiligen Apollinaris, Willeikus und Pankratius durch die Straßen der Altstadt statt. Die Prozession zieht durch die Ursulinengasse, Ritterstraße, Ratingerstraße, Mühlenstraße, Lambertusgasse zurück nach St. Lambertus. Die Prozession klingt dort mit Begegnung und Umtrunk auf dem Stiftsplatz aus.

Die Lichtfeier findet am Samstag, 23. Juli, um 11 Uhr in der Basilika St. Lambertus statt. In diesem Gottesdienst überreicht Stadtdechant Frank Heidkamp den Vertretern der Pfarrgemeinden für jedes Gotteshaus in ihrem Seelsorgebereich eine Apollinaris-Kerze – insgesamt sind es 120. Diese Kerze soll am Sonntag, 24. Juli, in allen Gottesdiensten brennen. Ebenso wird der Stadtdechant wieder das „Gebet für Düsseldorf“ überreichen, dass am Apollinaris-Sonntag in allen Gottesdiensten anstelle der Fürbitten gesprochen wird. Die musikalische Gestaltung der Lichtfeier obliegt Eduardo Garcia Lopez, Oboe, und Alexander Niehues, Orgel.

Die Apollinaris-Festwoche endet am Sonntag, 24. Juli, um 10.30 Uhr mit einem Festhochamt in der Basilika St. Lambertus. Die Predigt hält Stadtdechant Frank Heidkamp. Der Stiftschor singt die Messe Nr. 6 in G „aux cathédrales“ von Charles Gounod.

 

 

Düsseldorfs Stadtpatron

Der Düsseldorfer Stadtpatron St. Apollinaris stammte aus Antiochia, war Bischof von Ravenna und starb 150 n. Chr. als Märtyrer. Die Reliquien des Heiligen Apollinaris führte Herzog Wilhelm I. nach einem Überfall auf Remagen 1383 als Siegesbeute nach Düsseldorf. Für 1392 ist eine feierliche Prozession mit den Gebeinen des Heiligen in Düsseldorf nachweisbar. Die guten Beziehungen des Jülisch-Bergischen Herzogs zum Papst führten dazu, dass – nach uralter mündlicher Tradition – Bonifaz IX. 1394 die Reliquien den Düsseldorfern zusprach und Apollinaris zum Stadtpatron Düsseldorfs wurde. Seinen Gedenktag am 23. Juli feiert das katholische Düsseldorf jedes Jahr mit einer Festwoche. Apollinaris zu Ehren entstand auch die „Größte Kirmes am Rhein“. Das Wort „Kirmes“ geht auf das mittelhochdeutsche „Kirmesse“ zurück, das aus „Kirchmesse“ entstanden ist. Dieses Wort bezeichnete zunächst die Messe zur Einweihung einer Kirche und das jährliche Erinnerungsfest daran und schließlich – in Bezug auf die damit verbundenen weltlichen Feiern – den Jahrmarkt und das Volksfest. Neben dem Tag der Kirchweihe bot auch der Gedenktag des Kirchenpatrons Gelegenheit zu Fest und Feier.

Stellungnahme des PGR Angerland Kaiserswerth

Die Inhalte, die Art und Weise der Veröffentlichungen und der Umgang mit den jüngsten Gutachten in der katholischen Kirche haben auch uns als Mitglieder des Pfarrgemeinderates Angerland-Kaiserswerth betroffen gemacht. Wir sind erschüttert über die Ungeheuerlichkeit der Missbrauchsfälle und deren Vertuschung. Wir appellieren an alle Verantwortlichen, den Betroffenen jegliche mögliche Unterstützung zukommen zu lassen, die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle weiter voranzutreiben und die Ursachen für deren Verschleierung konsequent aufzudecken und zu beheben. Vor diesem Hintergrund halten wir es für selbstverständlich, dass die Kirche umfangreiche Schutzkonzepte und -pläne entwickelt hat, mit staatlichen Behörden abstimmt und konsequent umsetzt.

Des Weiteren begrüßen wir den bereits angestoßenen Entwicklungs- und Veränderungsprozess in der katholischen Kirche. Diese Veränderung ist nur durch engagierte Katholikinnen und Katholiken möglich, die ihre Forderungen laut und deutlich formulieren. Zu Themen wie Frauen in Ämtern, Zölibat oder Sexualmoral sind wir im Pfarrgemeinderat nicht alle einer Meinung. Gerade auch dann nicht bei der Frage, welche Veränderung wir uns wünschen. Es gibt bei vielen, auch zentralen Themen sehr unterschiedliche oder konträre Meinungen. Genau darin sehen wir aber eine Chance. Ein guter Streit, verschiedene Meinungen sind wichtig, um die notwendigen Veränderungen in der katholischen Kirche abzuwägen und die richtigen Schritte anzustoßen.

Denn bei aller Unterschiedlichkeit spüren wir eine große Gemeinsamkeit, die uns prägt und trägt: Die Freude am Glauben, am Gottesdienst, an der aktiven caritativen Arbeit und an der Weitergabe der Botschaft Jesu Christi.

 Wir wollen hier im Seelsorgebereich Angerland-Kaiserswerth aktiv sein, uns engagieren und hier Dinge verbessern. Wir können hier mitreden, mitgestalten und mitentscheiden. Es zeigt sich, dass die Kirche vor Ort kein unbeweglicher Apparat ist. Kirche sind wir, Kirche sind die Menschen, die Gläubigen. Kirche ist, wo zwei oder drei in Jesu Namen versammelt sind.

 Der Weg in die Zukunft geht über den Dialog. Gerade auch vor Ort. Das wollen wir aufgreifen und als Pfarrgemeinderat eine Dialogkultur weiterentwickeln und Formate vorschlagen, um diese dauerhaft zu kultivieren. Und wir laden Sie ein mitzuwirken. Damit die Kirche vor Ort unsere Kirche ist und bleibt. Lassen Sie uns an Ihren Gedanken teilhaben: pastoralbuero@kath-dnord.de