14. Dezember

Der dritte Adventssonntag, den wir gestern gefeiert haben, steht jedes Jahr ganz im Zeichen der Freude. Gaudete – Freut euch!

 Vor allem am Beginn der zweiten Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher steht  „Freut euch zu jeder Zeit!“. „Freut euch zu jeder Zeit“; dabei liegt die Betonung auf „zu jeder Zeit“. Paulus weiß, dass die äußeren Umstände nicht immer Freude unterstützen; ja manchmal drohen sie sogar die Freude ganz zu ersticken. Das weiß Paulus nur zu gut. Es gibt genug Anfeindungen und Bedrängnisse für die junge christliche Gemeinde in Thessaloniki und nicht nur dort. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – schreibt Paulus: „Freut euch zu jeder Zeit!“ Es geht dabei um eine Freude, die nicht von äußeren Umständen abhängt, eine Freude, die trotzdem und trotz allem gilt, eine Freude, die letztlich allein aus dem Glauben kommt und von den Früchten des Geistes, der in der Gemeinde wirkt, eine Freude, die ihre alleinige Ursache im heilvollen Wirken Gottes hat.

Dennoch ist die Freude, von der Paulus spricht, nicht eine rein geistige oder spiritualisierte Freude! Diese Freude soll den Alltag und vor allem das Gemeindeleben durchdringen. Die frühen Christen empfanden sich von Gott zu einem neuen Miteinander befähigt, weil es ehrlich, glaubhaft und von der Liebe geprägt war. Darum ermahnt Paulus die Thessalonicher auch, den Geist nicht auszulöschen. Denn wo der Geist wirkt, da gelingt Leben und wächst die Freude. Wo der Geist herrschen kann, da macht sich Freude breit – trotz allem – und dort kann sich Gemeindeleben entfalten – trotz allem.

Und für uns heute?

  • Empfinde ich Freude, die ihr Ursprung in meinem Glauben hat?
  • Was kann ich tun, dass meine Gemeinde hier in Düsseldorf-Nord alsglaubensfreudige Gemeinde wirkt?

Gebet

Eine frohe Botschaft richtest du uns aus,
Gott unserer Hoffnung.
Du heilst zerbrochene Herzen,
du löst Menschen aus fatalen Bindungen,
die, die keine Hoffnung mehr haben,
entdecken das Leben neu.

Wir danken dir für die Freude, die du uns schenkst,
die uns ansteckt,
die wir teilen.
Wir bitten dich: Komm zu uns.
In Christus, unserem Herrn. Amen.

Laacher Messbuch; Gottes Wort im Kirchenjahr